Dinge, die ich falsch gemacht habe: 2. Auf Apologetik setzen

Autor: | Gepostet in Evangelisation 6 Kommentare

Eigentlich sollte dies erst der dritte Punkt werden, aber da das Thema in den Kommentaren zu “Antworten geben” aufkam, ziehe ich ihn einfach vor. Eine Reihenfolge im Sinne der Wichtigkeit ist hier eh nicht gemeint, auch wenn ich vermutlich den ersten Punkt schon am meisten bereue, aber nun zu Punkt 2:

Ich habe früher in Gesprächen mit Menschen über Jesus oder meinen Glauben sehr oft apologetisch argumentiert.
Zur Erklärung: Wikipedia nennt für Apologetik als eine wichtige Funktion: “durch logische Argumente und wissenschaftliche und historische Beweise für die Wahrheit des Glaubens eintreten”.

Ich habe z.B. durch Gedankenspiele (“War Jesus nun Lügner, Verrückter oder wirklich Gottes Sohn?” oder “Macht es Sinn, dass die Apostel wirklich ihr Leben für ihren Glauben gelassen haben, wenn sie Jesu Auferstehung nur vorgetäuscht haben?) versucht, meinem Gegenüber Gründe zu liefern, warum es gut und sinnvoll ist, an Gott zu glauben.

Das mache ich heute nicht mehr. Die Gedanken dahinter sind zwar nicht falsch, aber nach meiner Erfahrung  führen sie zu nichts. Ich persönlich habe noch nie erlebt, dass sich jemand aufgrund eines solchen Gespräches mehr für Gott interessiert hat oder sogar angefangen hat, an Gott zu glauben.
Und was nutzt es, wenn ich eine Diskussion gewinne, mein Gegenüber aber längst verloren habe?

Selbst Dinge, mit denen man Menschen klar machen kann, wie wie wichtig es ist, geistliche Fragen zu stellen oder geistlichen Dingen nachzugehen (Body, Soul, Spirit), mache ich nicht mehr, auch wenn ich sie früher gemacht und sogar andere darin trainiert habe.

Wer gerade nicht an geistlichen Dingen oder Gott interessiert ist, den werde ich auch nicht durch kluge Gedankengänge dahin bringen. Und wer nicht geistlich suchend ist, dem muss ich den Glauben auch nicht aufdrängen. Ich werde für so jemanden beten und auch fragen, wie ich für sie oder ihn beten kann, aber das ist es dann auch. Und bei Interesse an meinem Glauben, erzähle ich von Jesus, was er für mich ist und was er mir bedeutet, wie gut er mir tut. Ich erzähle auch nicht von Gemeinde oder von einer bestimmten Art von Gemeinde, auch nicht von “organischer Gemeinde”. Mir geht’s darum, dass meine Freunde, aber auch die, die ich einfach so treffe und mit denen ich rede, Jesus kennenlernen.

Und dieser Weg führt mich viel weiter. Dann geht’s auch nicht mehr um irgendein “Glaubenssystem” oder eine bestimmte “Kirche”, dann geht’s um Jesus und um ein Leben mit ihm. Und darüber hinaus erwarte ich, dass das Wirklichkeit wird, was wir immer und immer wieder im Neuen Testament lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Matthäus 9,35 (Luther1984)

Sprich, dass sich als Antwort auf das Gebet: “Dein Reich komme, dein Wille geschehe” dieses Reich sich wirklich zeigt.

Jeff Sundell und sein Team, die T4T nach 10 Jahren in Nepal nun in North Carolina adaptieren (nein, kein klassischer Bible Belt: sie arbeiten unter Drogendealern, Prostitutierten etc.), nutzt zum Beispiel bei Gebetsspaziergängen im Gespräch oft die Frage: Wenn Gott in deinem Leben ein Wunder tun soll, was wäre es? Und darf ich dafür beten?

Finde ich eine Hammerfrage, da sie nicht nur fragt, was für Nöte oder Probleme da sind, sondern direkt Gott mit ins Spiel bringt.

Die Frage und der Gedanke dahinter kommen aus dem Buch “Dafür wurdest du geboren” von Bruce Wilkinson. Ein Hammerbuch, das ich gerade jedem empfehle, der nur irgendwie an dem Thema organische Gemeinde oder Evangelisation interessiert ist.
Anfangs war ich skeptisch, da ich mit dem “Gebet des Jabez” nicht soviel anfangen konnte und habe es mir auch nur gekauft, weil Jeff es erwähnte, aber es ist wirklich unglaublich gut, hilfreich und ermutigend. Der deutsche Untertitel (7 Schlüssel zu einem wundervollen Leben) ist zweideutig und daher auch missverständlich, da es darum geht, wie Gott durch uns Wunder tun möchte, also ein Leben voller Wunder; das ist dann auch wundervoll, aber es ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass Menschen persönlich erleben, wie sehr Gott sie liebt und wie gut er ihnen tun will. Ich werde sicher demnächst nochmal einen eigenen Post zum Buch machen, aber in Kürze schon mal hier. Unbedingt kaufen, sehr lesenswert. Hier findet ihr die englische Version für den Kindle.

Wenn Leute erleben, wie Jesus tatsächlich Antworten auf Gebet schenkt oder andere Wunder tut, dann tritt die (oftmals vorgeschobene) Frage, ob die Wunder, von denen im Neuen Testament die Rede ist, tatsächlich passiert sind, schnell in den Hintergrund.
Und wenn Leute an Jesus Interesse haben, lade ich sie ein,  gemeinsam mit anderen bei ihnen zu Hause die Bibel zu lesen. Wie das abläuft bzw. ablaufen kann, dazu demnächst mehr.

 

Auch hier wieder: Herzliche Einladung, eure Gedanken, Erfahrungen und Fragen zu posten.

 

Kommentare
  1. Posted by Ulrich Wagner
  2. Posted by Frank
  3. Posted by Regine
  4. Posted by David
  5. Posted by Ulrich Wagner
  6. Posted by Uwe

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