4. Hürde für Bewegungen: Unser gesellschaftliches Umfeld und Zeitgeist

Autor: | Gepostet in Movements 1 Kommentar

Photo Credit: Vicki’s Nature Flickr via Compfight cc

Diese Hürde ist für mich am schwierigsten zu beschreiben.

Manchmal sind es wirtschaftliche Nöte, die eine geistliche Offenheit erzeugen, manchmal körperliche Nöte.
Manchmal entstehen aber auch Konstellationen in einer Gesellschaft, durch die ein guter Nährboden für geistliche Sehnsucht entsteht.

Die Jesus People Movement in den USA ist dafür ein gutes Beispiel. Diese Jesus Revolution begann als Gegenkultur zu Sex, Drugs und Rock’n Roll Ende der 60er Jahre. Im Haight-Ashbury District von San Francisco begannen junge Evangelisten den Hippies dort von Jesus zu erzählen. Sie fanden junge Leute, die sich nach Sinn sehnten und Drogen und diesen Lebensstil satt hatten.

Selbst die Protestbewegung der 68er in Deutschland war ein Ausdruck der Kritik am Status Quo, am bestehenden Lebensstil in Deutschland und an der politischen Landschaft. Diese Kritik hat sich zwar meist eher in anderen Kanälen ausgedrückt, aber dennoch war dies eine Zeit, in der grundsätzlich Bestehendes in Frage gestellt wurde.
Und damit entsteht auch eine Offenheit für neue Wege, die Welt zu sehen und das Leben zu leben.

Aktuell erlebe ich in Deutschland zwar eine gewisse Verunsicherung durch die Flüchtlingskrise doer die terroristische Bedrohung, die führt aber aus meiner Sicht aktuell erstmal zum Cocooning, also zum Einigeln, zum Zurückziehen in die eigenen vier Wände.

Wenn in einem Netzwerk sich jemand für ein Leben mit Jesus entscheidet, wird dies in der aktuellen Gesellschaftslage meist mit Kommentaren wie „Na, wenn es ihr/ihm hilft!“ oder „XY ist jetzt auf dem religiösen Trip.“ kommentiert.
In einer anderen gesellschaftlichen Stimmung könnte man aber auch hören: „Hmm, stimmt eigentlich auch, das Leben so wie es ist, ist auch nicht der wahre Jakob, vielleicht ist da wirklich was dran.“

Ein Freund von mir, der über Jahre hinweg in osteuropäischen Ländern Gemeinden trainiert hat und viele Jahre keine große Wirkung sah, meinte zu mir: „Plötzlich hatte sich irgendwas im Land geändert: Die Leute waren offener, die Christen waren bereiter, sich darauf einzulassen.“ Dabei hatte er seine Inhalte nicht verändert.

Von daher können wir unsere aktuelle Situation erstmal nur so hinnehmen und sollten einfach dafür beten, dass sich ein anderes Klima entwickelt, das offener für Gott ist.

Gedanken, Beobachtungen? Ich höre immer gern von euch.

Kommentare
  1. Posted by Christoph

Bring dich ein und kommentiere