Warum ich fast nur noch Bücher für den Kindle lese

Autor: | Gepostet in Off topic 2 Kommentare
Bevor es kommende Woche mit dem Start der neuen Serie “Konkret starten” losgeht,  zwischendurch Off-Topic Post zum Thema digitale Bücher, ebooks bzw. Kindle-Bücher.

Ich liebe Bücher. Ich lese gern und viel, aber heute lese ich – was ich mir vor zwei Jahren noch nicht vorstellen konnte – den größten Teil meiner Bücher im digitalen Kindle-Format von Amazon. Ich habe mal nachgeguckt: Von den letzten 10 Büchern, die ich gekauft habe, waren nur drei in Papierform. Und diese drei (zwei englische und ein deutsches Buch) habe ich auch nur in Papierform gekauft, weil es keine Kindle-Versionen von ihnen gab. Eins davon war ein Print-on-demand-Buch, das deutsche Buch war die deutsche Version von You were born for this, damit ich es Leuten empfehlen und auf deutsch daraus zitieren kann.

Wer sich jetzt noch fragt, was ein Kindle ist: Ein Kindle ist der ebook-Reader von Amazon, also ein Lesegerät, auf dem man hervorragend digitale Bücher lesen kann. Man braucht aber keinen Kindle, um Kindle-Bücher lesen zu können. Es gibt für iPhone, iPad, Android, PC und MAC sogenannte Kindle-Leseapps.

Ich persönlich besitze keinen Kindle, sondern lese meine Kindle-Bücher auf dem iPhone und dem iPad, deutlich mehr allerdings auf dem iPhone.

Wer sich zunächst einmal direkt über den Kindle informieren will, wird hier fündig:

Warum bin ich vom digitalen Kindle-Format so begeistert, was sind die Vorteile?
  • Einer der wichtigsten und unglaublich hilfreichen Vorteile ist die Exportmöglichkeit meiner Anstreichungen/Markierungen.
    In einem Kindle-Buch kann ich Passagen, die ich wichtig oder hilfreich finde, schnell und einfach digital anstreichen bzw. markieren (und brauche dafür noch nicht einmal einen Stift oder Textmarker dabei haben). Und das Beste daran ist, dass man diese Anstreichungen exportieren kann.
    Mit einem echten Kindle-Gerät geht das einfach über diese Seite. Mit einer Kindle-Leseapp (zB für das iPhone) geht man über die Kindle Highlights-Seite
    und kopiert sie sich einfach raus. Nicht ganz so schön, wie mit dem Kindle-Gerät, aber für mich absolut okay.
    Ich habe zum Beispiel schon Freunden, die sich für ein Buch interessierten, einfach meine Highlights gemailt. So konnten sie das Buch durch meine Augen scannen und selbst entscheiden, ob sie es sich kaufen sollen.
  • Der zweite große Vorteil liegt fast gleich auf: Ich hab immer meine gesamte Kindle-Bibliothek auf meinem Smartphone dabei, kann Bücher jederzeit lesen oder Dinge schnell nochmal nachschlagen.
    Das hat auch zur Folge, dass ich deutlich weniger in gedruckten Büchern lese als in digitalen.
    Es ist schräg: Ich habe mir vor kurzem sogar eine Kindle-Version eines Buches gekauft, das ich in Papierform schon besitze. Nur, um es digital immer dabei zu haben und leichter darin lesen zu können. Der amerikanische Verlag wird sich freuen.
  • Bücher sind immer noch erhältlich, auch wenn die Print-Ausgabe vergriffen ist und nicht wieder aufgelegt wird.
    Mein erstes gekauftes Kindle-Buch hab ich vor gut einem Jahr zunächst aus der Not heraus gekauft. Ich wollte unbedingt Henri Nouwens Spirituality of Fundraising lesen. Da es vergriffen war, griff ich gern zur digitalen Kindle-Version.
    Wer aktuell zum Beispiel das exzellente Schöpfer der Träume lesen möchte, muss aktuell leider Mondpreise zahlen oder zur englischen Version greifen. Dabei wäre es ein geringer Aufwand für Verlage, die Bücher auch digital anzubieten, vorausgesetzt die Lizenzbedingungen geben das her.
  • Viele Bücher aus kleinen internationalen Verlagen sind nur digital wirklich wirtschaftlich zu kaufen. Wer aktuell zum Beispiel die Printversion des unglaublich lesenswerten und hilfreichen T4T-Buch kaufen möchte, zahlt knapp 20 US Dollar für das Buch und nochmal 14 US Dollar für den Versand. Die englische Kindle-Ausgabe kostet aktuell dagegen nur 7,46 Euro. Für mich war dieses T4T Buch der wirkliche Start in die Kindle-Welt. Das Nouwen Buch ist sehr kurz und hatte ich an einem Abend auf dem Sofa gelesen, T4T hat mich auf vielen Reisen begleitet.
  • Digitale Bücher sind in der Regel deutlich günstiger als die Printversion.
  • Ich kann irgendwie von einem guten Buch hören und im nächsten Moment schon darin lesen.
    So geschehen bei dem absolut empfehlenswerten You were born for this. Als Randbemerkung in einem Podcast gehört, eine Stunde später saß ich bereits vertieft im Buch.
  • Digitale Bücher verbrauchen keinen Platz im Bücherregal.
    Wir lesen beide gern und irgendwann mussten wir eine “One in – one out”-Regel einführen. Für jedes neu gekaufte Buch, muss eins weichen: Verschenken oder verkaufen. Mit digitalen Büchern ist das Problem vorbei.
Ich weiß nicht genau, warum bisher kaum deutsche christliche Verlage Bücher ebenfalls digital zu publizieren. Vielleicht ist es einfach Neuland, vielleicht liegt es an der aus meiner Sicht längst obsoleten Buchpreisbindung, aber je mehr sich ebook-Reader wie der Kindle durchsetzen und mehr Leute anfangen, auf dem Gerät Bücher zu lesen, desto schneller wird sich hier auch einiges tun. Ich will nicht mehr zurück.

Eine persönliche Ausnahme: Belletristik

Ich bringe es nicht über’s Herz, für Krimis oder Thriller dasselbe auszugeben wie für ein Paperback, das ich einmal lese und dann nie mehr wieder anrühre. Wenn ich solche Bücher in Papierform kaufe, habe ich wenigstens einen Wiederverkaufswert und kann sie bei Ebay, Amazon verkaufen oder in einer Buchtauschbörse tauschen. Vielleicht fließt irgendwie schottisches Blut in meinen Adern, aber für Belletristik gebe ich kaum Geld digital aus. Wenn der Preis für einen Thriller nur die Hälfte des Paperbacks kosten würde, wäre das was anderes, denn diesen Preis zahle ich effektiv sicher beim Kauf+Verkauf für ein Buch. Mal abwarten, was sich hier tut.

Spannend sind gerade hier die Entwicklungen im Selbstpublizieren. Durch die viel niedrigere Schwelle und die deutlich höheren Margen (ca. 70%) ist der ebook-Markt sehr attraktiv besonders in kleinen Nischenmärkten. Man kann schnell und eigentlich ohne Kosten ein Buch selbst publizieren. Und dass man auch mit ebooks richtig viele Bücher verkaufen kann, zeigt die Erfolgsstory von Amanda Hocking (Interview auch hier)

Das ganze Thema ist sicher eine große Herausforderungen für bestehende Verlage. Spiegel Online fragt schon: Wer braucht noch einen Verlag?
Wer an der Entwicklung interessiert ist, dem empfehle ich den ebook-Blog von Seth Godin auf  The Domino Project.
Seth ist ein absoluter Vordenker in diesem Bereich. Sein Rat für Autoren ist auch nach Jahren immer noch absolut lesenswert.

Ich gehe jedenfalls davon aus, dass mein nächstes Buch, wenn ich denn noch eins schreiben werde, auf jeden Fall ein Ebook wird. Für eine Printversion bietet sich immer noch Lulu an.
Wer kein Smartphone hat oder lieber etwas größer liest, dem empfehle ich jedenfalls wärmstens den Kauf eines Kindles. Hier geht’s zur Auswahl auf Amazon.

Mich würde interessieren: Wie ist euer Leseverhalten? Wer liest von euch schon digital?
Kommentare
  1. Posted by Regine
  2. Posted by Klaus

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