Bevor es kommende Woche mit dem Start der neuen Serie “Konkret starten” losgeht,  zwischendurch Off-Topic Post zum Thema digitale Bücher, ebooks bzw. Kindle-Bücher.

Ich liebe Bücher. Ich lese gern und viel, aber heute lese ich – was ich mir vor zwei Jahren noch nicht vorstellen konnte – den größten Teil meiner Bücher im digitalen Kindle-Format von Amazon. Ich habe mal nachgeguckt: Von den letzten 10 Büchern, die ich gekauft habe, waren nur drei in Papierform. Und diese drei (zwei englische und ein deutsches Buch) habe ich auch nur in Papierform gekauft, weil es keine Kindle-Versionen von ihnen gab. Eins davon war ein Print-on-demand-Buch, das deutsche Buch war die deutsche Version von You were born for this, damit ich es Leuten empfehlen und auf deutsch daraus zitieren kann.

Wer sich jetzt noch fragt, was ein Kindle ist: Ein Kindle ist der ebook-Reader von Amazon, also ein Lesegerät, auf dem man hervorragend digitale Bücher lesen kann. Man braucht aber keinen Kindle, um Kindle-Bücher lesen zu können. Es gibt für iPhone, iPad, Android, PC und MAC sogenannte Kindle-Leseapps.

Ich persönlich besitze keinen Kindle, sondern lese meine Kindle-Bücher auf dem iPhone und dem iPad, deutlich mehr allerdings auf dem iPhone.

Wer sich zunächst einmal direkt über den Kindle informieren will, wird hier fündig:

Warum bin ich vom digitalen Kindle-Format so begeistert, was sind die Vorteile?
  • Einer der wichtigsten und unglaublich hilfreichen Vorteile ist die Exportmöglichkeit meiner Anstreichungen/Markierungen.
    In einem Kindle-Buch kann ich Passagen, die ich wichtig oder hilfreich finde, schnell und einfach digital anstreichen bzw. markieren (und brauche dafür noch nicht einmal einen Stift oder Textmarker dabei haben). Und das Beste daran ist, dass man diese Anstreichungen exportieren kann.
    Mit einem echten Kindle-Gerät geht das einfach über diese Seite. Mit einer Kindle-Leseapp (zB für das iPhone) geht man über die Kindle Highlights-Seite
    und kopiert sie sich einfach raus. Nicht ganz so schön, wie mit dem Kindle-Gerät, aber für mich absolut okay.
    Ich habe zum Beispiel schon Freunden, die sich für ein Buch interessierten, einfach meine Highlights gemailt. So konnten sie das Buch durch meine Augen scannen und selbst entscheiden, ob sie es sich kaufen sollen.
  • Der zweite große Vorteil liegt fast gleich auf: Ich hab immer meine gesamte Kindle-Bibliothek auf meinem Smartphone dabei, kann Bücher jederzeit lesen oder Dinge schnell nochmal nachschlagen.
    Das hat auch zur Folge, dass ich deutlich weniger in gedruckten Büchern lese als in digitalen.
    Es ist schräg: Ich habe mir vor kurzem sogar eine Kindle-Version eines Buches gekauft, das ich in Papierform schon besitze. Nur, um es digital immer dabei zu haben und leichter darin lesen zu können. Der amerikanische Verlag wird sich freuen.
  • Bücher sind immer noch erhältlich, auch wenn die Print-Ausgabe vergriffen ist und nicht wieder aufgelegt wird.
    Mein erstes gekauftes Kindle-Buch hab ich vor gut einem Jahr zunächst aus der Not heraus gekauft. Ich wollte unbedingt Henri Nouwens Spirituality of Fundraising lesen. Da es vergriffen war, griff ich gern zur digitalen Kindle-Version.
    Wer aktuell zum Beispiel das exzellente Schöpfer der Träume lesen möchte, muss aktuell leider Mondpreise zahlen oder zur englischen Version greifen. Dabei wäre es ein geringer Aufwand für Verlage, die Bücher auch digital anzubieten, vorausgesetzt die Lizenzbedingungen geben das her.
  • Viele Bücher aus kleinen internationalen Verlagen sind nur digital wirklich wirtschaftlich zu kaufen. Wer aktuell zum Beispiel die Printversion des unglaublich lesenswerten und hilfreichen T4T-Buch kaufen möchte, zahlt knapp 20 US Dollar für das Buch und nochmal 14 US Dollar für den Versand. Die englische Kindle-Ausgabe kostet aktuell dagegen nur 7,46 Euro. Für mich war dieses T4T Buch der wirkliche Start in die Kindle-Welt. Das Nouwen Buch ist sehr kurz und hatte ich an einem Abend auf dem Sofa gelesen, T4T hat mich auf vielen Reisen begleitet.
  • Digitale Bücher sind in der Regel deutlich günstiger als die Printversion.
  • Ich kann irgendwie von einem guten Buch hören und im nächsten Moment schon darin lesen.
    So geschehen bei dem absolut empfehlenswerten You were born for this. Als Randbemerkung in einem Podcast gehört, eine Stunde später saß ich bereits vertieft im Buch.
  • Digitale Bücher verbrauchen keinen Platz im Bücherregal.
    Wir lesen beide gern und irgendwann mussten wir eine “One in – one out”-Regel einführen. Für jedes neu gekaufte Buch, muss eins weichen: Verschenken oder verkaufen. Mit digitalen Büchern ist das Problem vorbei.
Ich weiß nicht genau, warum bisher kaum deutsche christliche Verlage Bücher ebenfalls digital zu publizieren. Vielleicht ist es einfach Neuland, vielleicht liegt es an der aus meiner Sicht längst obsoleten Buchpreisbindung, aber je mehr sich ebook-Reader wie der Kindle durchsetzen und mehr Leute anfangen, auf dem Gerät Bücher zu lesen, desto schneller wird sich hier auch einiges tun. Ich will nicht mehr zurück.

Eine persönliche Ausnahme: Belletristik

Ich bringe es nicht über’s Herz, für Krimis oder Thriller dasselbe auszugeben wie für ein Paperback, das ich einmal lese und dann nie mehr wieder anrühre. Wenn ich solche Bücher in Papierform kaufe, habe ich wenigstens einen Wiederverkaufswert und kann sie bei Ebay, Amazon verkaufen oder in einer Buchtauschbörse tauschen. Vielleicht fließt irgendwie schottisches Blut in meinen Adern, aber für Belletristik gebe ich kaum Geld digital aus. Wenn der Preis für einen Thriller nur die Hälfte des Paperbacks kosten würde, wäre das was anderes, denn diesen Preis zahle ich effektiv sicher beim Kauf+Verkauf für ein Buch. Mal abwarten, was sich hier tut.

Spannend sind gerade hier die Entwicklungen im Selbstpublizieren. Durch die viel niedrigere Schwelle und die deutlich höheren Margen (ca. 70%) ist der ebook-Markt sehr attraktiv besonders in kleinen Nischenmärkten. Man kann schnell und eigentlich ohne Kosten ein Buch selbst publizieren. Und dass man auch mit ebooks richtig viele Bücher verkaufen kann, zeigt die Erfolgsstory von Amanda Hocking (Interview auch hier)

Das ganze Thema ist sicher eine große Herausforderungen für bestehende Verlage. Spiegel Online fragt schon: Wer braucht noch einen Verlag?
Wer an der Entwicklung interessiert ist, dem empfehle ich den ebook-Blog von Seth Godin auf  The Domino Project.
Seth ist ein absoluter Vordenker in diesem Bereich. Sein Rat für Autoren ist auch nach Jahren immer noch absolut lesenswert.

Ich gehe jedenfalls davon aus, dass mein nächstes Buch, wenn ich denn noch eins schreiben werde, auf jeden Fall ein Ebook wird. Für eine Printversion bietet sich immer noch Lulu an.
Wer kein Smartphone hat oder lieber etwas größer liest, dem empfehle ich jedenfalls wärmstens den Kauf eines Kindles. Hier geht’s zur Auswahl auf Amazon.

Mich würde interessieren: Wie ist euer Leseverhalten? Wer liest von euch schon digital?

Heute möchte ich beschreiben, wie ich für meine Freunde bete. Ich hatte es in einem früheren Post über Gebet schon einmal kurz erwähnt und angekündigt, heute will ich konkret erklären, was meine Gebetspraxis sehr belebt hat.
Es ist schnell skizziert: Wir sagen ja oft bildlich gesprochen, dass wir Menschen im Gebet zu Jesus bringen.

Brad Jersak, Autor des Buches “Kannst du mich hören?: Auf Empfang sein, wenn Gott redet” war vor ein paar Jahren in meiner ehemaligen Gemeinde in Essen. Brads Gedanken zu hörendem Gebet sind vermutlich die hilfreichsten, die ich zu dem Thema gelesen und gehört habe: Fundiert, sorgfältig, nicht theologisch abgedreht (da hab ich schon ganz anderes gelesen) und trotzdem extrem praktisch herausfordernd. Ich empfehle jedem, der an dem Thema interessiert ist, das Buch zu lesen.

Die Aufnahmen von den Vorträgen darf ich mit Brads Erlaubnis hier zum Download (knapp 80MB) anbieten.

Brad ermutigt, dieses “Menschen im Gebet zu Jesus bringen” mal anders zu machen, nämlich Menschen im Gebet in Gedanken wirklich zu Jesus zu bringen. Im Prinzip so: Stell dir vor, du nimmst einen Freund, für den du beten möchtest, an die Hand und führst ihn in Gedanken zu Jesus. Dann trittst du zurück und guckst zu, was passiert. Was macht Jesus, sagt er was, was macht dein Freund, sagt er was?
Ich schreibe mir die Sachen, die ich dann für die einzelnen Personen sehe bzw. höre, auf und bete daraufhin konkreter. So bete ich regelmäßig für die Personen in meinem Leben. Nicht jeden Tag höre ich für jeden einzelnen in diesem Sinn hin, aber immer wieder. Manchmal höre ich nichts Neues, manchmal sehe ich etwas komplett anderes mit einem neuen Akzent. So lasse ich mich im Gebet leiten und kann so konkreter beten. Natürlich ist bei hörendem Gebet immer ein gewisser Unsicherheitsfaktor mit dabei, aber zum einen habe ich über die Jahre hinweg bei dem Thema “hörendes Gebet” ein gewisses Maß an Zuversicht aus Erfahrung gewonnen, zum anderen habe ich ähnliche ermutigende Erfahrungen gemacht wie Karina unten..
Meine Einladung wäre: Probiert es doch einfach mal.

Wie sieht das praktisch aus?
Wo es angemessen ist, erzähle ich gerne von meinen Erfahrungen in meinen apostolischen Beziehungen und auch da ändere ich zum Teil zum Schutz der Leute einige Dinge ab. Auch wenn ich grundsätzlich gern davon erzählen würde, was in meinen normalen Beziehungen passiert, ist so ein Blog nicht der richtige Ort dafür. Das sind echte Personen, die hier in Hamburg wohnen, das sind meine echten Freunde. Natürlich wünsche ich ihnen, dass sie das Beste erleben, was ihnen passieren kann (oder besser den Besten, nämlich Jesus), aber es wäre einfach falsch, hier öffentlich darüber zu schreiben. Das sind wirklich Freunde von mir, nicht irgendwelche Projekte.
Glücklicherweise bin ich aber im Kontakt mit immer mehr Menschen in Deutschland, die diese organischen Impulse in ihrem Leben umsetzen wollen, mit vielen davon telefoniere ich alle 4-6 Wochen. Und da echte Geschichten von echten Leuten oft am meisten ermutigen, werde ich von jetzt an versuchen, wo es passt, immer wieder solche Geschichten einzubauen. Und auch wenn ich Namen und einige Umstände ändere, dürft ihr wissen: Hinter den Geschichten verbergen sich echte Menschen, die diese Dinge mit echten Menschen erlebt haben und ich versuche, die Geschichten so gut wie ich kann zu erzählen.

Karina betet regelmäßig für ihre normalen Beziehungen, also für ihre nichtchristlichen Freunde und Kontakte. Dabei praktiziert sie auch das hörende Sehen, das ich oben beschrieben habe. Sie betet dabei auch für Eltern, die sie über die Grundschule ihres Sohnes kennengelernt hat. Einige von diesen Eltern sind Freunde von ihr geworden, mit unterschiedlicher Intensität, manche kennt sie besser, andere noch nicht so, aber für alle betet Karina regelmäßig. Da ihre Kinder auch gut befreundet sind, sehen sich einige der Mütter ab und zu auch nachmittags, wenn die Kinder sich zum Spielen treffen. Zwei Beispiele aus diesem Rahmen: Karina praktizierte während ihrer Gebetszeit für diese Freunde das oben beschriebene hörende Sehen. Sie brachte ihre erste Freundin, nennen wir sie hier mal Claudia, in Gedanken zu Jesus und dann sah sie vor ihrem inneren Auge, wie ihre Freundin an der Schulter von Jesus weinte. Karina betete daraufhin immer wieder dafür, dass ihre Freundin erleben kann, wie sie mit all ihren Sorgen und Schmerzen (von denen Karina keine Ahnung hatte) zu Jesus kommen und erleben kann, dass Jesus einfach nur gut für sie ist. Nun tranken Karina und Claudia an einem Nachmittag einen Kaffee und redeten über unterschiedliche Dinge, unter anderem auch über ein Problem, das Claudia hatte. Karina sagte ihr, dass sie dafür beten würde. “Wenn du meinst, dass das was bringt?” – “Natürlich bringt das was, das habe ich schon oft erlebt”. Daraufhin erzählt ihr Karina, dass sie ohnehin öfter für sie betet und erzählt ihr ebenfalls davon, dass sie Gebet auch als Dialog mit Jesus erlebt und dass manchmal Jesus ihr Dinge zeigt, für die sie konkret beten kann. Daraufhin war Karina mutig und fragte Claudia, ob sie interessieren würde, was sie – in aller Vorsicht – glaubt, von Jesus in Bezug auf sie gehört (bzw. “gesehen”) zu haben. Und weil Claudia das bejahte, beschrieb ihr Karina zwei Szenen, die sie im Gebet mit Jesus “gesehen” hatte, eine davon habe ich oben beschrieben. Karina beschrieb mir, wie sich von einem Moment auf den anderen, die Intensität im Raum änderte. Ihre Freundin war sichtlich gerührt, hatte Tränen in den Augen, und Karina konnte ihr sagen, dass sie bei Jesus gut aufgehoben ist, selbst mit Tränen in den Augen sagte sie ihr, wie gut Jesus ist, wie gut Jesus auch zu ihr/für sie ist.
Für Nathalie betet Karina ebenfalls. Als sie für sie betete, sah sie ihre Freundin hilflos umher irren und hatte den Eindruck, dass ihre Freundin Angst hat. Bei anderen Gebetszeiten kamen noch eine ganze Reihe anderer Eindrücke dazu. Bei einem Treffen mit mehreren Müttern sagte Karina sinngemäß zu Nathalie: “Ich weiß nicht, ob ich das schon gesagt habe, aber ich bete regelmäßig für dich und deine Familie, gibt es irgendetwas, für das ich konkret beten kann?” – “Du betest für mich, das ist aber abgefahren.” Das Gespräch ging daraufhin noch etwas weiter und Nathalie sagte ihr, wofür sie beten könne. Einen Impuls von Gott aufnehmend, erzählte Karina ihr, dass sie auch manchmal Dinge für sie von Gott hören würde und fragte sie, ob sie daran interessiert sei, davon zu hören. Irgendwie wurden die beiden dann von einer weiteren Mutter unterbrochen, aber Nathalie sagte zu Karina, sie solle ihr das doch einfach mal mailen.
Das tat Karina dann und schrieb ihr mit aller Vorsicht von den Dingen, die sie im hörenden Gebet vernommen hatte. Wohl auch mit dem Zusatz, dass ihre Freundin das sehr vorsichtig lesen soll, vielleicht Dinge auch nicht passen könnten. Denn so ist es ja oft auch, manchmal sind wir uns mit Dingen sicher, mit anderen eher unsicher. Ein paar Stunden später mailte ihre Freundin ihr völlig bewegt zurück, dass sie das sehr abgefahren findet, wie gut sie jemand kennen kann und dass das für sie ein toller Gottesbeweis sei. Karina sagte ihr natürlich, dass nicht sie sie so gut kennt, sondern Jesus, aber seit dem sind die beiden wohl immer wieder im Gespräch über Jesus.
Ihr dürft also gerne für die beiden Freundinnen von Karina beten. Und auch wenn Karina, Nathalie und Claudia nicht die richtigen Namen sind, Gott wird die Gebete schon zuordnen können. :-)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich ermutigt so was total, ich finde cool, wie konkret Jesus spricht und wie – in diesen beiden Fällen – das Gehörte sogar Gesprächsöffner wurde. Ich erlebe dies ebenfalls, wenn ich auch betonen will, dass ich lange nicht alle Sachen allen Leuten erzählen würde. Ich glaube, dafür hat man schon ein Gefühl und manchmal ist es auch so wie in der Situation bei Karina und Nathalie, dass man den Eindruck bekommt, dass man bestimmte Dinge weiter geben soll.

An dieser Stelle mal eine herzliche Einladung, die diesen Blog lesen und mit denen ich nicht im persönlichen Gespräch bin: Wenn ihr selbst solche oder auch völlig andere Geschichten aus eurem Leben erzählen könnt, mailt sie mir doch. Ich anonymisiere sie dann gern und baue sie an passender Stelle ein. Echte Geschichten von echten Menschen ermutigen einfach ungemein.

Was denkt ihr? Ermutigend, hilfreich, zu abgefahren? Ich bin gespannt, auf eure Gedanken.

Nachdem die letzten drei Wochen einfach verrückt voll waren, geht es im Mai wieder normaler weiter und es folgt nun der zweite Grund, der meine Einstellung zum Gebet nachhaltig verändert hat.

Als David Watson, der in Indien eine Gemeindegründungsbewegung anstoßen durfte (man findet seine und auch Curtis‘ Geschichte im Buch Gemeindegründungsbewegungen von David Garrison), die Gemeinsamkeiten der 50 besten Gemeindegründer in dieser Bewegung analysierte, fand er einen Punkt, der quer durch die Bank bei allen zu finden war: Sie verbrachten täglich viel Zeit (~2h) im Gebet.

Auch Ying Kai, der T4T entwickelte und durch den Gott die sicher größte Gemeindegründungsbewegung weltweit angestoßen hat, verbringt 2 Stunden täglich im Gebet. Vor kurzem interviewte Rick Warren ihn auf der Verge Konferenz. Rick Warren bezeichnete Ying als einen seiner Helden und Lehrer.
Zum Schluss des absolut hörenswerten Interviews fragte Rick Warren Ying nach der Wichtigkeit von Gebet: In für Ying so charakteristischem chinesischen Englisch (sein Englisch klingt ein bisschen wie das von Yoda) antwortete er:
Gebet ist das Wichtigste in jeder Arbeit mit dem Evangelium, ich ermutige alle unsere Trainer, täglich zwei Stunden im Gebet zu verbringen. Wenn du betest, kannst du den Heiligen Geist bitten, mit dir zu sein. Wenn der Heilige mit dir ist, kannst du Frucht haben. Wenn du alles weißt, aber nicht die Kraft des Heiligen Geistes in deinem Leben hast, dann ist das nichts. Du kannst alle Methoden kennen, jedes Material, Wissen ansammeln, wenn du nicht die Kraft des Heiligen Geistes hast, gibt es keine Frucht. Und um die Kraft des Heiligen Geistes zu haben, braucht es Gebet. Gebet ist die aller-allerwichtigste Sache in deinem Leben.

(meine Übersetzung, hier die fast unbearbeitete Abschrift, in der ein bisschen von Yings Flavor rüberkommt)
Prayer is most important in any Gospel work. I encourage our  trainers to every day have 2 hours work for prayer.
If you have pray, you can ask the Holy Spirit to be with you.
If Holy Spirit is with you you can have fruit. If you have know evertying if you without prayer, if you didn’t got Holy Spirit power, it’s nothing.
You can learn all methods, all material – you know  knowledge -, but if no Holy Spirit power it’s no any fruit.
So got the Holy Spirit power in your life is prayer.
So prayer in your life is most most important thing
Wir werden in der nächsten Serie bei den praktischen Schritten noch sehen, dass auch Jesus (oh Wunder) in Mat 9/10 und Lukas 19 die Jünger zunächst auffordert zu beten, aber bei mir war es am Ende eine völlig rationale Entscheidung: Meine Lebensberufung ist, mich mit meiner ganzen Kraft dafür einzusetzen, dass wir eine Gemeindegründungsbewegung in Deutschland sehen. (Dabei ist mir natürlich völlig klar, dass eine Gemeindegründungsbewegung allein Gott initiieren kann, aber gebraucht uns eben dafür und von nur Rumsitzen ist noch nirgendwo eine Bewegung gestartet.)  Damit wurde mir klar, dass einfach kein Weg daran vorbei führte: Ich musste meine Zeit im Gebet drastisch erhöhen, das 10:02 Gebet ist zwar gut, aber einfach nicht ausreichend. Und es war und ist eine meiner besten Entscheidungen.

Wen interessiert, wie das praktisch bei mir aussieht, darf weiterlesen, für die anderen wird es sicher uninteressant.
Ich werde in späteren Posts noch genauer beschreiben, was, wofür und wie ich bete, aber zu Beginn ging es ganz praktisch darum, mehr Zeit für Gebet zu finden. Nun bin ich kein Vollzeitler, die es eigentlich einfach haben, mehr Zeit im Gebet zu verbringen – wenn sie es denn wirklich wollen und für wichtig ansehen. Und spätestens seit meinem “Rasend”-Post weiß jeder, dass ich vor der Herausforderung stehe, viele unterschiedliche Dinge zu jonglieren, aber Gebet soll schon sein. Also hab ich mir meine Woche angeschaut und festgestellt, dass ein normaler Tag für mich um etwa 6:30 Uhr damit beginnt, mich fertig zu machen und dann dafür zu sorgen, dass unsere Kinder gefrühstückt haben und unser ältester Sohn in den Kindergarten kommt. Unabhängig davon, wie meine Frau und ich den Tag anschließend aufgeteilt haben, fiel mir auf, dass der Tag bis etwa 20:00 Uhr ziemlich voll mit unterschiedlichen Sachen ist, erst danach sind die Kinder im Bett und etwas mehr Ruhe kehrt ein. Nun bin ich persönlich aber nicht der Typ, der sich nach einem so vollen Tag dann regelmäßig hinsetzt, um zu beten. Ich lese vielleicht noch ein Buch, hab noch ein Coaching, drucke noch ein paar T-Shirts, gehe  vielleicht nochmal raus oder genieße einfach den Abend zusammen mit meiner Frau, aber mich hinsetzen und in Ruhe beten, das bin ich einfach nicht – zumindest nicht bisher. Wann also beten? Mir half ein Artikel von Leo Babauta über’s Frühaufstehen. Ich fing an, eine Stunde früher aufzustehen, um Zeit für’s Gebet zu haben. Dabei will ich hier kurz nochmal betonen, dass ich nicht besonders heilig oder so bin, es war eine absolut rationale Entscheidung: Ich will A sehen, dazu gehört B, also muss B irgendwie in meinen Alltag rein. Fertig ab. Ich schreib das hier auch nur, damit es möglichst konkret wird für diejenigen wird, die ebenfalls das Anliegen teilen.
Meine Erfahrungen bisher damit? Grundsätzlich ist es großartig. Eine Stunde fast ausschließlich für Leute zu beten, die Gott noch nicht kennen, hilft mir total, mit diesem Fokus auch durch den Tag zu gehen, Leuten auch mit diesem Blick zu begegnen. Da ich viel “Sehendes Hören” (eine Art von prophetischem hörenden Gebet, erklär ich bestimmt auch noch) praktiziere wird es nicht langweilig, bleibt frisch und öffnet auch in Gesprächen ungeahnte Türen.
Die Herausforderung? Als ich damit anfing, hielt ich zwei Wochen durch und merkte dann, dass ich ziemlich platt war. Ich hatte nämlich nicht daran gedacht, meinen Abendrhythmus auch zu ändern. Nun bin ich jemand, der auf Dauer seine 7-7 1/2 Stunden Schlaf braucht und das heißt, dass ich früher schlafen gehen muss, um diesen neuen Rhythmus durchhalten zu können. Und hier liegt sicher die größte Herausforderung (neben unserer quietschenden Treppe, mit der ich morgens manchmal unsere Jungs wecke): An Tagen, an denen ich unproblematisch früher schlafen geh, ist das frühe Aufstehen kein Problem; in Wochen, die einfach zu voll sind (wie jetzt im April) und ich manchmal erst um Mitternacht ins Bett komme, lasse ich meinen Wecker aus, das tun dann schon unsere Kinder. Gelernt habe ich daraus eine Gelassenheit: Wenn gerade einfach zuviel los ist, dann breche ich auch nichts über’s Knie,  andererseits achte ich schon darauf, dass sich meine Rhythmen wieder so einpendeln, dass ich zu dem komme, was mir wirklich wichtig ist. Und Leute, die z.B. Frühdienst haben, müssen zum Teil auch jeden Morgen um 4.30 raus, also muss das schon irgendwie gehen.
Veranschaulichen wollte ich damit nur, dass es manchmal einfach ein sehr konkretes Hingucken bedarf, um regelmäßige Zeiten für mehr Gebet zu finden.

Hoffe, es hilft oder inspiriert euch. Gern lese ich eure Gedanken dazu und wie ihr das praktiziert.

Ich muss gestehen, dass Gebet zum Teil für mich immer noch ein Rätsel bleibt. Ich habe viele Bücher zum Thema gelesen und jedes hat mich irgendwie immer neu zum Gebet motiviert, aber verstanden, geblickt oder durchdrungen habe ich das Gebet immer noch nicht.
Gerade die Fragen rund um anhaltendes Gebet oder die Frage, was es für einen Unterschied macht, ob eine Person, zwei oder 100 Leute für etwas beten, blieben mir lange Zeit ein Rätsel.
Denn: Wenn es etwas gibt, was Gott gern geben möchte und es ein Gebet ist, das Gott gern beantworten möchte, warum muss ich dafür anhaltend beten oder warum sollen dafür mehrere Leute beten? Was macht es für einen Unterschied, wie viele Leute dafür beten?
Wie gesagt: Ich habe schon viele Bücher zum Thema Gebet gelesen (bestimmt über 20), keins hat mir geschadet, die meisten haben mir gut getan, alle haben mich auf irgendeine Weise ermutigt, mehr zu beten, einige haben versucht, Antworten auf die Fragen zu geben, aber wirklich befriedigt haben mich die Antwortversuche meist nicht wirklich.

In der Folge habe ich Gebet als wichtig angesehen, wir hatten auch von Beginn an unserer organischen Gemeindearbeit in Essen einen wöchentlichen Gebetsabend, aber dennoch blieb das Gefühl: Wir machen hier etwas, das irgendwie wichtig ist und deshalb sollten wir es auch tun, aber so richtig zufrieden war ich damit nicht. Keine Ahnung, ob ihr irgendwie nachvollziehen könnt, was ich meine.

Zwei Dinge haben meine Einstellung zum Gebet aber nachhaltig verändert. Punkt Nr. 1 gibt es in diesem Post, Nr.2 im nächsten.

1. Ein anderer Blickwinkel auf das Gebet der Vielen
Ich sollte vorausschicken, dass das Folgende vollständig auf Erfahrung beruht. Ich finde keinen wirklich biblischen Beleg für so etwas, aber es hat für mich irgendwie Sinn gemacht. Von daher: Nehmt es in aller Vorsicht, mir hat es jedenfalls geholfen, einen anderen Blickwinkel zum Thema zu gewinnen. Ich anonymisiere die Geschichte zum Schutz der Personen.

Ich sprach mit dem Sohn eines Missionars über dieses Thema. Gott hat seinen Vater in der Vergangenheit weltweit stark benutzt und tat es auch immer noch. Sein Vater wurde schwer krebskrank und die Prognose der Ärzte war, dass sein Vater wohl nicht mehr lange zu leben hatte. Der Sohn erzählte mir, dass es wohl nur drei Gelegenheiten in seinem Leben gab, in denen er absolut unmissverständlich und ohne irgendeine Frage Gottes Stimme in seinem Leben vernommen hatte. (Gott redet heute immer noch, ich erlebe es regelmäßig, aber wer sich auf diesen hörenden Weg begeben hat, kann sicher nachvollziehen, dass ein gewisser Unsicherheitsfaktor fast immer dabei ist. Es gibt aber auch Situationen, in denen es überhaupt keine Frage ist, dass Gott geredet hat). Zwei von diesen Situationen erlebte der Sohn in dieser Geschichte.
Er stand unter der Dusche und redete mit Gott, haderte mit der Situation und fragte Gott, ob er denn wirklich seinen Vater sterben lassen wollte. Plötzlich und unmissverständlich fragte ihn Gott, ob er ihn auch dann noch lieben würde, wenn er seinen Vater zu sich holen würde. Der Sohn brach in Tränen aus und bejahte letztlich die Frage. Später standen sie gemeinsam im Krankenhauszimmer am Bett des Vaters als nach einer entscheidenden Operation der operierende Arzt ins Zimmer kam. Er erzählte ihnen, dass Gott ein Wunder getan haben musste, da sie bei der Operation keinen Krebs mehr finden konnten. Gott hatte ein Wunder getan! In diesem Moment sprach Gott ein zweites Mal unmissverständlich zu ihm. Ich habe nicht mehr wörtlich das im Kopf, was mir der Sohn im Gespräch sagte, aber es ging in diese Richtung: “Glaube jetzt nicht, dass ich dieses Wunder deinetwegen oder wegen der Dinge, die dein Vater jetzt noch tun kann, getan habe, ich hab es wegen 500 afrikanischer Christen getan, die noch sehr jung im Glauben sind.”

Wie gesagt: Ich weiß, dass das alles nur subjektive Erfahrung ist. Und ich möchte auch betonen, dass ich auch nicht im Ansatz versuchen möchte, eine zusätzliche Offenbarung zu verankern oder so, aber der Gedanke machte für mich Sinn:

Gott erhört Gebete von Vielen, weil da der Glaube von Vielen dran hängt.

Und ja, auch wenn ich das nicht völlig verstehe, glaube ich, dass das Gebet und die immense Erwartungshaltung, dass Gott eingreift, Gottes Handeln beeinflusst.
Geholfen hat mir ein ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf das erste Wunder im Johannes-Evangelium.
Bei der Hochzeit zu Kana fehlt Wein und Maria sagt zu Jesus: “Sie haben keinen Wein.” Jesus entgegnet ihr recht schroff, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist.
Wenn ich mal annehme, dass Jesus zum Zeitpunkt seiner Aussage sich nicht geirrt hat (und das glaube ich) und wenn ich gleichzeitig annehme, dass Jesus nur das tat, was er den Vater tun sah (Joh 5,19), dann bleibt eigentlich nur ein Schluss:
Die Aussage Marias zu den Diernen “Was er euch sagen mag, tut!” und ihre Erwartung, dass Jesus handeln würde, veränderte den Willen Gottes, denn plötzlich tat Jesus das Wunder, das Momente davor noch nicht dran war.

Vermutlich kommt mir da mein eingeschränktes Verständnis von Gottes Willen in die Quere, aber nichts anderes macht für mich in dieser Situation Sinn.

Ich bin noch fern davon, das Mysterium “Gebet” gelöst zu haben, dieser erste Punkt hat mich aber definitiv verändert. Gott will Dinge tun, aber er will gebeten werden. Und manche Dinge will Gott scheinbar erstmal nicht tun, aber dann doch, weil es Leute gibt, die sich voll Vertrauens an ihn wenden und ihn bitten, zu handeln.
Die Folge ist, dass ich heute Gebet einen deutlich höheren Stellenwert in meinem Dienst gebe als noch früher.

Der zweite Teil dieses Posts geht das Thema von einer etwas anderen Seite an, aber hat mich nicht minder motiviert, mehr Raum für Gebet in meinem Leben zu reservieren. Und mit Sicherheit wird auch der zweite Post nicht der letzte zu dem Thema sein.

Gedanken, Erfahrungen, Kommentare von euch – immer her damit.

PS: Nach meinem letzten emotionalen Post geht es jetzt wieder “normal” weiter. Es gibt aber auch einen kurzen Kommentar von mir dazu im eigentlichen Post.

Auslöser für diesen Post ist eine Anfrage von einem Christen hier aus Hamburg, der vor kurzer Zeit organisch mit ein paar Leuten gestartet ist und sich jetzt mit mir mal treffen wollte. Sowas mache ich wirklich gerne. Hey, Leuten eine Vision zu zeigen, wie christliche Mission und christliche Gemeinschaft heute aussehen kann, dafür lebe ich, das ist eine meiner Hauptberufungen. Aber meine Zeit ist leider knapp: Ich versuche Zeit mit meiner Familie, Frau und Kindern, meine Missionsarbeit hier lokal in Hamburg, mein Zeltmachergewerbe, klitzekleine Renovierungsfortschritte in unserem Haus, lokales strategisches Inspirieren, immer mehr werdende Coachings, strategisches Mitarbeiten in meiner Missionsgesellschaft und ab und an einen weiteren Post für diesen Blog zu jonglieren. Mir ist nicht langweilig. Wäre es nicht meine Berufung, genau das zu tun, hätte ich vermutlich schon die Segel gestrichen. Ich liebe meine Arbeit, mein Leben, meine Stadt und die Berufung, die Gott mir gegeben hat.

Aber bestimmte Dinge bringen mich echt zum Rasen:
Ich schreibe diesem Interessierten hier aus Hamburg, dass ich mich gern mit ihm treffe, aber dass meine Zeit knapp ist und ich gut damit haushalten muss. Daher habe ich ihn gefragt, was er denn zu dem Thema bereits gelesen hat und ob er sich schon ein bisschen in meinen Blog hinein gelesen hat. Denn ein Grund dieses Blogs ist tatsächlich, nicht in jedem Gespräch ganz von vorne anfangen zu müssen, denn bestimmte Fragen kommen eigentlich in jedem Gespräch. Da will ich die Zeit doch für weitergehende Fragen nutzen.
Und was kommt als Antwort? Ziemlich wortgetreu: Wir müssten auch nichts über’s Knie brechen, wenn ich darauf keinen Bock hätte.

Entschuldigung, Bock? Ich könnte viele Dinge aufzählen, auf die mal Bock hätte: Mich mit Freunden in ner Kneipe treffen, um einfach mal zu schnacken, mit Freunden einen gemütlichen Abend auf ein Essen und ein Spiel treffen, ein nettes Konzert, nen schönen Nachmittag an der Elbe, einen gemütlichen Sofanachmittag mit nem Harlan Coben oder so. Also: Bock – da würden mir viele Dinge einfallen, die ich gerne machen würde, die ich aber gerade zurückstelle, weil ich zu was anderem berufen bin.
Aber Bock ist nicht das Problem, wenn es darum geht, sich mit interessierten Leuten zu treffen, die vielleicht etwas lernen wollen.

Zeit ist das Problem!

Ja, ich habe bewusst mein Zeltmachergewerbe reduziert, um mehr Zeit für meine eigentliche Berufung zu haben. Das sind aktuell 40% Freistellung. Aber wenn ich in der letzten Woche allein was das Coaching angeht innerhalb von drei Tagen sechs Coachings gemacht habe, kann sich jeder ausrechnen, dass mein zeitliches Engagement weit über das geht, für das ich offiziell bezahlt werde. Und solange die finanzielle Abdeckung dafür weiterhin so aussieht, wie bisher, ist an eine Ausweitung der Freistellung nicht zu denken. Das heißt: Bock ist definitiv nicht das Problem, Zeit ist das Problem. Und die zwingt mich, mit meiner Zeit weise umzugehen und sie richtig zu investieren. Wenn ich mich dafür hier und da rarer machen muss, so sei es.

Was mich rasend macht, ist, wenn Christen brav sonntags in ihren Gottesdienst gehen, die Gemeinden sich meist in ihrem eigenen Saft drehen, minimalst nur nach außen wirken und die Christen dann sagen: “Ich gebe meinen Zehnten in meine Gemeinde und kann darüberhinaus leider nichts mehr unterstützen.” , wenn diese Praxis doch klar von einem alttestamentlichen Tempel-Denken geprägt ist, in der das Geld primär in Gebäude und Gehälter fließt, während die Apostelgeschichte ein komplett anderes Bild zeigt: Das Geld ging an Bedürftige, Witwen und Waisen und in den apostolischen Dienst!

Und wenn man sich die wirklich großen Bewegungen, in denen zigtausende kleine Gemeinden innerhalb von z.B. 5-6 Jahren entstehen: Wohin fließt das Geld, das die Gläubigen zusammen legen, dort? Oh Wunder: Das Geld geht in die Versorgung der Armen und in den apostolischen Dienst. *KratzamKopf* Könnten wir in Deutschland da nicht von lernen?

Schreit es nicht zum Himmel, wenn deutsche Gemeindegründer, die ich kenne, in die USA gehen müssen, um dort einen Supporterkreis für ihren Dienst in Deutschland aufzubauen, weil die Amis wissen, dass Deutschland Missionsland ist, die Deutschen aber weiterhin fleißig Geld in Gebäude und Pastorengehälter stecken?

Freunde, wir leben nach dem NEUEN Testament! Jesus ist auferstanden! Sein Geist wohnt in uns, wir sind alle Priester (1.Petrus 2,9), wir (!) sind der Tempel des Heiligen Geistes (1Kor 6,19), wir gehören uns nicht mehr selbst. Wir sind als Jünger in diese Welt gerufen, um allen zu sagen: Jesus lebt! (Gerade heute zu Ostern). Jesus jammerte es, als er die Leute sah, weil sie wie Schafe ohne Hirten waren, uns sind sie so oft gleichgültig, während wir in unseren Gottesdiensten “Immer mehr von dir” singen und darüberhinaus sagen: “Für mehr habe ich keine Zeit”. Das schreit zum Himmel!

Früher in der Grundschulzeit habe ich in meinem Zimmerwand so kleine Bilderrähmchen mit mehr oder weniger lustigen oder sinnigen Sprüchen gesammelt (Marke: Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein). Darunter hing auch einer, der hieß:

Viele, die ihrer Zeit voraus waren, mussten in unbequemen Unterkünften auf sie warten.

Ganz ehrlich: Damals habe ich viel über den Sinn dahinter nachgedacht, aber verstanden habe ich ihn damals nicht. Heute kann ich ihn buchstabieren.
Achtung: Bitte in keiner Weise als Hochmut oder Arroganz a la “Guckt mal hier, ich bin weiter als ihr” interpretieren! Es ist nun mal so, dass dieser Dienst, den einige Freunde von mir und ich ebenfalls tun, einfach ein Pionierdienst ist, den noch nicht viele Leute verstehen, geschweige denn gut finden und unterstützen.

Wo ich gerade dabei bin:

Viele Leute waren inzwischen schon auf diesem Blog, von einigen habe ich dankbare Rückmeldungen bekommen (danke dafür!), aber wisst ihr, wie viele Menschen sich aufgrund der Supportfrage Nr.1 auf der Supportseite zurückgemeldet haben und gefragt haben, wie sie für unsere lokale Arbeit beten können? Eine einzige Person!
Vermutlich zeigt es einfach, wie es geistlich in unserem Land aussieht. Ja, ich weiß, dass ich nicht der Mittelpunkt der Erde bin, Jesus ist es, aber einer? Herzliche Einladung, wer mehr Infos haben möchte. :-)

Wisst ihr: Wenn Nichtchristen von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, dann wundert mich das nicht, aber wenn Christen nicht mal das 1×1 des Jünger seins gelernt haben, dann macht mich das traurig. Daher brauchen wir den auferstandenen Jesus (Yeah, heute ist Ostern! Jesus lebt!), der uns und unser Land verändert, auf dass noch viele Menschen endlich entdecken können, wie gut er ist.

Von daher wünsche ich euch gesegnete Ostern und verabschiede mich mit diesem kleinen Einblick in meine Seele.

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