Jesus als Vorbild: Gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören

Autor: | Gepostet in Heilung 1 Kommentar

jesuscharakterlich

Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt, wird wissen, dass mir die inneren Aussendungstexte in Matthäus 9,35-10,15 (sowie Lukas 10) besonders am Herzen liegen, da ich davon überzeugt bin, dass Jesus den Jüngern zunächst das vormachte, wozu er sie im Anschluss aussandte. Sie sagen meines Erachtens auch viel darüber aus, wozu wir berufen sind und was wir tun sollten.

In Matthäus 9,35 lesen wir eine Zusammenfassung seines Dienstes:

Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.

Jesus predigte das Evangelium und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.
Jedes Krankheit und jedes Gebrechen. Wow.

Und damit wir fast wie im Kino verstehen, wer hier die Good Guys und die Bad Guys sind (also wer die guten und die bösen Jungs sind), fasst Petrus in der Apostelgeschichte den Dienst Jesu so zusammen:

Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm.
Apg 10:37-38

Okay, auch hier zum Mitschreiben:
Jesus hat alle gesund gemacht. Jesus also der Good Guy!
Wer ist der Bad Guy? Der Teufel!
„Jesus macht alle gesund, die in der Gewalt des Teufels waren.“

Johannes fasst es in seinem ersten Brief so zusammen:

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.
1.Joh 3,8

Wessen Werke? Die Werke Gottes oder die Werke des Teufels? Die Werke des Teufels!

Die Texte machen deutlich, dass Jesus alle Krankheiten heilte und dass der Auslöser für die Krankheit Satan war.

Denselben Gedanken sehen wir nach der Aussendung der Siebzig in Lukas 10:

Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.“ (Lk 10:19)

Jesus hatte seinen Jüngern die Vollmacht gegeben, Kranke zu heilen (vgl. Mat 10,1), sandte sie im Anschluss aus, Kranke zu heilen, Aussätzige zu reinigen, Dämonen auszutreiben und Tote aufzuwecken (vgl. Mat 10,8 oder Lukas 10,9) und fasst nach der Rückkehr zusammen, dass er ihnen Macht gegeben hat über alle Gewalt des Feindes.

Jesus heilte nach Matthäus 9:35 und Apg 10,37 alle, sandte im Anschluss die Jünger (zunächst die 12, dann die 70) aus, um dasselbe zu tun.

Manchmal höre ich den Einwand, dass Jesus doch nicht jeden geheilt hat. Mal steht, dass Jesus viele (gemeint: aber nicht alle) heilte und an anderer Stelle lesen wir, dass er wegen den Unglaubens nicht viele Wunder tun konnte.
Da der Einwand öfter kommt, schauen wir uns die betreffenden Stellen an:

Zunächst zum „Viele (aber nicht alle)“-Einwand:

Und er heilte viele an mancherlei Krankheiten Leidende, und er trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, weil sie ihn kannten. Markus 1,34

Denn er heilte viele, so daß alle, die Leiden hatten, sich auf ihn stürzten, um ihn anzurühren. Und wenn die unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien und sprachen:Du bist der Sohn Gottes. Und er bedrohte sie sehr, daß sie ihn nicht offenbar machten. Markus 3,10-12

In jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
Lukas 7,21

Ausgehend von diesen Stellen müssen wir zunächst einmal die Frage korrigieren:
Wir dürfen nicht fragen „Warum heilte Jesus viele, aber nicht alle?“, da keine der Textstellen sagt, dass er nicht alle heilte.
Alle Textstellen sagen lediglich, dass er viele heilte!

Wenn ich meinen Sohn frage, wie viele Sandkörner in meiner Hand voll Sand sind, dann antwortet er: „Keine Ahnung, aber sehr viele.“ Oder wenn ich frage, wie viele Kinder bei einem Kinderfest sagen, wird er ebenfalls sagen: „Viele!“. Lediglich wenn ich frage „Wie viele aus eurer Kindergartengruppe waren dabei?“ wird er evtl. sagen können „Es waren alle dabei!“

Will heißen: Allein die Aussage, dass es viele waren, sagt mit keinem Wort, dass er nicht alle heilte.
Im Gegenteil, die nachfolgenden Stellen deuten eher auf das genaue Gegenteil:

Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit [seinem] Wort, und er heilte alle Leidenden, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: „Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.
Matthäus 8,16-17

Und große Volksmengen kamen zu ihm, die Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sie ihm zu Füßen; und er heilte sie, so daß die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels.
Matthäus 15,30-31

Viele Menschen folgten ihm. Er heilte alle Kranken.
Matthäus 12,15 (GNB)

Diese Stellen belegen, dass es viele Kranke waren, die zu ihm kamen oder zu ihm gebracht wurden und er von diesen vielen ALLE heilte.

Ein weiterer Einwand, den ich höre, ist:

Was ist mit Nazareth? Dort konnte er doch nur wenige Wunder tun.

Auch hier wieder die betreffenden Stellen:

Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, außer dass er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte. Und er wunderte sich über ihren Unglauben.
Markus 6,3

Und er tat dort nicht viele Wunderwerke wegen ihres Unglaubens.
Mat 13,58

Ausgehend von den Textstellen von oben, in denen Jesus von den vielen, die zu ihm kamen oder zu ihm gebracht wurden, alle geheilt hat, können wir zusammenfassen:

Jesus heilte in der Regel die Menschen, die entweder selbst zu ihm kamen, um geheilt zu werden oder von Freunden zu Jesus gebracht wurden.
Wir sehen in einigen Ausnahmen, dass Jesus von sich aus auf Kranke zu ging und sie heilte (eine dieser Stellen werden wir uns gleich noch anschauen), aber wenn wir uns die ganzen Heilungstexte anschauen, sehen wir, dass Menschen meist zu Jesus kamen, um geheilt zu werden.

Damit ergibt sich folgende rhetorische Frage:
Kommt jemand, der nicht daran glaubt, dass Jesus Wunder tun konnte, überhaupt zu Jesus?
Nein. Wer nicht an Jesu Kraft zum Wunderwirken glaubt, sondern ihn lediglich als Sohn von Josef ansah, wird gar nicht erst zu Jesus kommen. Wo Unglauben herrscht, gibt es auch keine Schritte auf Jesus zu.

Jesus wunderte sich über ihren Unglauben, man könnte auch fast sagen über ihre hartnäckige Sturheit. Aber wer nicht zu ihm kam, konnte auch nicht geheilt werden.

Wir finden im ganzen Neuen Testament einfach keine einzige Stelle, in der Jesus zu jemanden sagt: Tut mir Leid, dich kann ich nicht heilen: Du hast zu wenig Glauben, du hast jemandem noch nicht vergeben, du bist zu sündig oder aber: Es ist Gottes souveräner Wille, dass du krank bist, du kannst erst gesund werden, wenn du charakterlich gelernt hast, was du durch diese Krankheit lernen solltest.
Nichts von alledem ist uns überliefert: Jesus heilte viele! Und Jesus heilte alle, die zu ihm kamen.

Und zum Schluss noch ein vorerst letzter Einwand:
Aber Jesus hat am Teich von Betesda doch nicht alle geheilt, sondern nur einen.

Es ist richtig, dass uns nur eine Heilung am Teich von Betesda überliefert ist, obwohl es dort noch viele weitere Kranke gegeben hat. Jetzt könnte man, wenn man wollte, aus dem Schweigen von möglichen weiteren Heilungen einwenden, dass der Text nichts darüber sagt, dass er nicht auch noch mehr dort geheilt hat, aber das glaube ich nicht. Ich glaube, dass es tatsächlich nur der eine Kranke war, den Jesus dort geheilt hat.
Aber der Grund dafür findet sich in Vers 13:

Da fragten sie ihn:Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat:Nimm dein Bett und geh hin? Der aber gesund geworden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war.
Joh 5,12-13 (LUT)

Jesus war wegen der Volksmenge entwichen. Dies lesen wir an anderen Stellen auch: Jesus vermied es, in bestimmten Situationen, noch mehr Aufsehen zu erregen, da er nicht zum König gemacht werden wollte, so zum Beispiel nur ein Kapitel später nach der Speisung der Fünftausend:

Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein. Joh 6,15 (LUT)

Auf die andere Einwände gegenüber Heilung, die aus dem Leben von Paulus herangezogen werden (meist: Pfahl im Fleisch, Trink noch ein Wenig Wein), werde ich in einem späteren Post eingehen. Hier sollte es erstmal darum gehen, Jesus als Vorbild zu beleuchten, der kam, um die Werke des Teufels zu zerstören.
Merke: Die Werke des Teufels! Oft steht uns beim Thema Heilung unsere Erfahrung und unsere Vorstellungen zur Souveränität Gottes im Weg. Darum wird es im kommenden Post gehen.

Keine Bange, der Post zu diesem Thema ist bereits fast fertig und kommt in Kürze.
In den letzten Wochen war einfach zu viel anderes los, dass ich nicht dazu kam, weiter zu schreiben. Ich wage die vorsichtige Prognose, dass es in der kommenden Zeit besser wird.
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Bis dahin freue ich mich über jegliche Rückmeldungen, Kommentare oder Rückfragen. Eine gesegnete Woche euch!

 

Kommentare
  1. Posted by Daniel

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