Dinge, die ich falsch gemacht habe: 4. Menschenfurcht zugelassen

Autor: | Gepostet in Evangelisation, Grundlagen 4 Kommentare

Zu den schwerwiegendsten Fehlern, die mich daran gehindert haben, wirklich die Dinge zu tun, die Gott für mich vorbereitet hatte, gehört, dass ich Menschenfurcht in meinem Leben zugelassen und akzeptiert habe.

Menschenfurcht kennt denke ich jeder, es sei denn, man ist von Natur aus furchtloser Evangelist, dem völlig egal ist, was andere Menschen über einen denken; zu diesen gehöre ich ganz sicher nicht. Daher stand bei mir als begrenzendem Faktor bei allem, was ich gemacht habe, immer der Gedanke, was andere Menschen wohl dazu sagen würden. Sowas nennt man Menschenfurcht – und ist so schnell wie möglich zu überwinden.

Ein absoluter Schlüsselvers dazu ist Galater 1,10, hier in zwei Übersetzungen:

Denn rede ich jetzt Menschen zuliebe oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht [Sklave] nicht.
(Rev. Elberfelder)

Wie ihr seht, geht es mir nicht darum, Menschen zu gefallen! Nein, ich versuche, Gott zu gefallen. Wollte ich noch Menschen gefallen, wäre ich kein Diener von Christus.
(Neues Leben. Die Bibel)

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr lesen. Paulus sagt klipp und klar: Wenn ich Menschen gefallen möchte, dann bin ich nicht mehr Knecht oder für uns sicher deutlicher Sklave Christi. Und als genau das bezeichnen sich eine Reihe von Aposteln (siehe z.B.: Phil 1,1 Jak 1,1; Judas 1; 2.Petr 1,1). Und das ist keine Floskel: Paulus und den anderen Aposteln war klar: Wir gehören nicht mehr uns selbst, wir sind nicht mehr unser eigener Herr: Jesus ist unser Herr, wir sind seine Sklaven. Und wenn wir das tun, was er uns aufgetragen hat, dann tun wir nichts Besonderes, sondern machen nur unseren Job.

Wenn ihr also alles getan habt, was euch aufgetragen war, dann sollt auch ihr sagen: ›Wir sind Diener, weiter nichts; wir haben nur unsere Pflicht getan.‹«
Lukas 17,10 (NGÜ)

Und das ist nicht eine höhere Weihe für ein paar besonders Berufene, sondern gilt für alle, die Jesus nachfolgen.

Mich haben die typischen Gedanken (Was denken andere? Ich will mich doch nicht zum Narren machen. Oder verschärft: Andere sollen doch nicht denken, dass Christen so schräg sind) immer davon abgehalten, einfach locker und unbekümmert alles das zu tun, was Jesus mir sagt.

Mir persönlich hat es geholfen, ein paar Wochen jeden Tag über Gal 1:10 nachzudenken, darüber zu meditieren, es sacken zu lassen. Und dann den Entschluss zu fassen, dass mich Menschenfurcht nicht mehr beeinflussen soll. Und wenn doch ein Gedanke in die Richtung kommt, dann erinnere ich mich an den Vers und entscheide mich bewusst dafür, mich nicht von den Gedanken anderer davon abhalten zu lassen, das zu tun, was Gott mir gesagt hat. Und davon gibt es regelmäßig immer wieder Gelegenheiten.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass ich jetzt die beklopptesten Dinge tun werde (wie zum Beispiel irgendwelche Höllenpredigten in der Fußgängerzone zu halten), aber es befreit mich, unbekümmerter und offensiver meinem Herzensanliegen nachzugehen, dass Menschen Jesus kennen lernen.

Letztes Wochenende auf unserem Stand bei der Esoterikmesse (spannend war’s) sprach ich mit einer Mitarbeiterin, die auch mit Menschenfurcht zu kämpfen hatte. Und dabei waren da alles nur Menschen, die sie sowieso nicht kannte und von denen sie vermutlich die meisten eh nie wieder sehen würde. Ich konnte nachfühlen, was sie sagt, aber daran sehen wir, wie schnell wir uns schon begrenzen lassen. Wenn uns schon das Bild von Leuten, die wir gar nicht kennen und wohl auch nicht wiedertreffen werden, so stark beeinflusst, werden wir uns bei unseren Freunden vermutlich noch viel mehr zurückhalten. Und genau die sollten wir doch zu allererst segnen.

Von daher: Wer noch damit kämpft, Galater 1:10 meditieren und Menschenfurcht ablegen.
Wer dann noch einen Tipp haben möchte: Mir erzählte ein Schweizer Evangelist, dass sein Lehrer ihm folgendermaßen geholfen hat, die Menschenfurcht loszuwerden: Er musste sich in der Züricher Innenstadt auf eine Kiste stellen und predigen. Er meinte zu mir: “Wenn du dann da eine Weile stehst und predigst, dann ist dir nach einer Weile egal, was die anderen von dir denken.” Nicht, dass er der Ansicht ist, dass Straßenpredigten heute die effektivste Art und Weise ist, Menschen das Evangelium zu bringen, ihm hat es aber geholfen, seine Menschenfurcht loszuwerden. Von daher: Wem’s hilft. 🙂

 

Ich freue mich über das Interesse an der Serie. Ich hoffe, sie hat einigen ein paar gute Impulse gegeben. In Kürze werde ich den vorerst letzten Post in dieser Serie posten (wie ich Gebet unterschätzt habe). Nicht, dass ich nicht noch mehr Fehler gemacht habe, aber es ist ja auch noch Platz für eine Reihe: Dinge, die ich immer noch falsch mache. Da fallen mir schon jetzt ein paar Punkte ein. Demnächst möchte ich aber mit einer Serie über konkrete Schritte beginnen, wie man organisch starten kann.

Kommentare
  1. Posted by Frank
  2. Posted by Stefan
  3. Posted by Regine
  4. Posted by Uwe

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