Ohne Wunder – keine Movements Teil 1 von 3: Bisherige Geschichte von Gemeindegründungsbewegungen

Autor: | Gepostet in Heilung, Movements 3 Kommentare

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Wer diesen Blog oder mich persönlich kennt, weiß, dass Movements meine große Leidenschaft sind. Meine Lebensberufung ist, alles dafür einzusetzen, dass wir hier in Deutschland echte Bewegungen von Jüngern sehen, die andere zu Jüngern machen, die andere zu Jüngern machen etc.

Daraus resultieren Gemeinden, die sich multiplizieren. Oft nennt man dieses Phänomen Church Planting Movements (kurz CPMs) oder deutsch Gemeindegründungsbewegungen (kurz GGB).

Inzwischen wird dieser Begriff (aus meiner Sicht leider) auch oft dafür benutzt, um Gemeinden zu beschreiben, die die Absicht haben, Gemeinden zu gründen, die Gemeinden gründen. Auch wenn das ein gutes Ziel ist, hat es doch wenig mit den echten Bewegungen gemeinsam, in denen rapide Multiplikation zu sehen ist.
Unter anderem spricht man daher mittlerweile mehr von Jünger-Multiplikation-Bewegungen (engl. Disciple Multiplication/Making Movements – kurz DMM).

Nur dass mich keiner missversteht: Da neue Gemeinden erfahrungsgemäß deutlich mehr Menschen erreichen, die bisher Jesus noch nicht kennen, freue ich mich über jede neue Gemeindegründung (und noch mehr über eine neue Gemeinde, die auch Gemeindegründung im Fokus hat), aber ich sehne mich nach einer Bewegung, in der rapide (schnell, exponentiell und nicht mehr zu kontrollieren) Jünger andere zu Jüngern machen, die andere zu Jüngern machen und daraus resultierend auch die Anzahl von Gemeinden exponentiell steigt.

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere, was das Thema Heilung mit Movements bzw. Bewegungen zu tun hat. Meiner Meinung nach sehr viel!
Natürlich kann man das Thema “Heilung, Zeichen und Wunder” auch losgelöst von Movements behandeln, da Heilung auch dort geschieht, wo keine Movements im Blick sind.
Aber Movements entstehen nach meinen Untersuchungen nur dort, wo auch mit Wundern gerechnet wird, wo Gottes wunderhafte Wirken erwartet wird und wo Wunder in der Folge auch geschehen.

Und gerade dieser Aspekt war in der westlichen Betrachtung und Beschreibung von Movements bisher ziemlich unterbelichtet. Dafür gibt es zwar theologische Gründe, hatte meines Erachtens aber auch fatale Folgen.

Aus diesem Grund will ich zu Beginn dieser Heilungsserie eine kleine Einführung zu Movements und Wundern geben. Und damit es übersichtlicher wird, mach ich das in drei Teilen (die Teile sind schon alle fertig, ihr müsst also nicht so lang darauf warten):
1. Bisherige Geschichte von Gemeindegründungsbewegungen und das Problem ihrer Darstellung
2. Konkrete Berichte von Wundern und Heilungen in Movements
3. Theologische Gründe, die uns im Weg stehen.

Starten wir gleich mit Teil 1:

Bisherige Geschichte von Gemeindegründungsbewegungen und das Problem ihrer Darstellung

Ende der 90er erlebten verschieden Missionare des International Mission Boards (die Missionsgesellschaft der Südlichen Baptisten aus den USA) in unterschiedlichen Ecken der Welt ein Phänomen: Viele Menschen kamen dadurch zum Glauben, dass junge Christen sehr schnell andere Menschen zum Glauben führten und diese zu Jüngern machten, sodass innerhalb kurzer Zeit Hunderte neuer Gemeinden in einigen der schwierigsten und unwahrscheinlichsten Orte gegründet wurden.

1998 kamen einige dieser Missionare zusammen und verglichen ihre Geschichten und Erfahrungen. David Garrison, der dieses Treffen einberufen hatte, veröffentlichte daraufhin ein kleines 60seitiges Büchlein mit dem Titel Church Planting Movements, in dem er zehn gemeinsame Elemente in diesen Bewegungen benannte.
Wer dieses informative Büchlein lesen möchte, findet hier die englische Version, sowie eine deutsche Version mit einem aktualisierten Vorwort von David Garrison aus 2013.

Die von Garrison aufgeführten zehn gemeinsamen Elemente sind:
1. Gebet
2. Überschwängliches Säen des Evangeliums
3. Gemeindegründung mit Absicht
4. Autorität der Heiligen Schrift
5. Einheimische Leiterschaft
6. Leiterschaft bestehend aus Laien
7. Zell- oder Hausgemeinden
8. Gemeindegründende Gemeinden
9. Schnelle Reproduktion
10. Gesunde Gemeinden

Eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Punkte ist hier zu finden.

Als ich vor gut 10 Jahren dieses Büchlein das erste Mal las, hatte mich Gott gepackt: Diese Dynamik, dieses exponentielle Wachstum von Gläubigen und Gemeinden kannte ich bis dahin nur aus der Apostelgeschichte. Es war um mich geschehen. 🙂

In der Folge versuchte ich über das Thema zu lernen, was es zu lernen gab und 2005 begann dann meine eigene konkrete Reise auf diesem organischen Weg.

Zu Beginn gab es kaum weiterführende Literatur, da das Ganze im Grunde ganz frisch geschriebene Kirchengeschichte war. Viele interessierte und motivierte Gemeindegründer betrieben in der Folge – bewusst oder unbewusst – eine Art „reverse engineering“. Wir gingen vom Endresultat aus und versuchten zu reproduzieren, was andere gemacht hatten.
Auch wenn jedem von uns klar war, dass man Movements nicht „machen“ kann, so wollten wir doch Gott nicht im Wege stehen, sondern die Dinge tun, auf die andere vor uns geachtet hatten und in deren Folge Bewegungen entstanden.

Mit der Zeit hatte ich das Vorrecht, immer wieder Leute kennen zu lernen, die entweder selbst eine Bewegung eine solche Bewegung initiieren durften, mittendrin live erlebt hatten oder aber eine Bewegung persönlich “besucht” hatten. Das ist jedes Mal neu spannend.

Dabei fiel mir nach einiger Zeit immer stärker eins auf:
Jeder, mit dem ich sprach, der entweder selbst in dem Land lebte oder der solche Movements persönlich besucht hatte, berichtete mir von Wundern. Jeder, wirklich jeder einzelne berichtete mir davon, wie ganz normale Gläubige Wunder erlebten und dies massiv Türen für die gute Nachricht von Jesus aufmachte.

Ein konkretes Beispiel:
Ein Freund von mir hatte ein Movement im Norden Indiens besucht.
Bei einem Meeting kamen 100 recht frisch zum Glauben gekommene Inder zusammen. Diese 100 wurden gefragt: “Wer von euch ist zum Glauben gekommen, weil er (oder sie) entweder selbst ein Heilungswunder erlebt hat oder aber jemand aus seinem persönlichen sozialen Netzwerk (Oikos)?” 70 Hände gingen nach oben. Die verbliebenen 30 wurden gefragt: “Wer von euch ist zum Glauben gekommen, weil ihr entweder selbst oder aber jemand aus eurem engeren Beziehungsnetzwerk einen Traum mit Jesus hatte?” 25 Hände gingen nach oben. Mit anderen Worten: 95 von 100 frischen Gläubigen waren dort zusammen, weil sie oder jemand aus ihrem Beziehungsnetzwerk Gottes übernatürliches Eingreifen erlebt hatten.

Geschichten wie diese oder konkrete Heilungsberichte hörte ich immer wieder.
Dieser gewichtige Akzent tauchte aber so gut wie gar nicht in der Literatur über Movements auf, wie man z.B. oben in den 10 Punkten bei Garrison sehen kann. Dort taucht zwar Gebet auf, aber wer im Büchlein den Miniabsatz dazu liest, erhält nicht wirklich einen Eindruck davon, was in den Movements wirklich abgeht.

Bevor ich von meiner Recherche zu diesem Thema berichten und erklären möchte, warum man in der Literatur über Movements bisher sehr wenig darüber las, möchte ich euch im kommenden Post einfach einen kleinen Einblick in tatsächliche Movements geben und ein paar dieser “Wunder-Berichte” mit euch teilen.

Kommentare
  1. Posted by Timo Külbel
    • Posted by David
      • Posted by regine

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