Wenn Dinge ausbleiben, die Gott aber will.

Autor: | Gepostet in Heilung 15 Kommentare

jesussenfkorn

Wir sahen im letzten Post, dass der Wille Gottes, den mondsüchtigen Sohn zu heilen, zunächst nicht geschah, da die Jünger Unglauben hatten.

Wie haben wir das zu verstehen? Gott möchte Dinge, aber sie geschehen nicht, weil XY nicht vorhanden ist?

Quizfrage: Fällt euch noch eine andere Stelle im NT ein, in der uns etwas deutlich verheißen ist, aber klar und deutlich gesagt wird, dass wir das Verheißene nicht erhalten werden, wenn wir im Unglauben darum bitten?

Da hier keine Fleißkärtchen verteilt werden, hier direkt die Antwort:

Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfangen werde, [ist er doch] ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen.
Jakobus 1,5-8

Noch einmal in meinen Worten: Wenn uns Weisheit mangelt, sollen wir Gott um Weisheit bitten, der uns diese Weisheit gerne geben will. Aber wir sollen im Glauben und nicht im Zweifeln bitten, denn wenn wir im Zweifeln bitten, dann werden wir das, was Gott gerne geben will (in diesem konkreten Fall Weisheit), nicht erhalten.

Meine erste Reaktion darauf war:

Moment – Gott will uns gerne etwas geben, aber er gibt es uns nur deswegen nicht, weil wir im Zweifel darum bitten? Doch steht da so. Häääh?

Okay, an der Stelle bin ich ganz ehrlich: Komplett verstanden habe ich das bis heute nicht.

Ich kann verstehen, dass Gott im Glauben gebeten werden möchte, aber warum der Umkehrschluss dann auch so sein soll, habe ich nicht völlig verstanden.

In gewisser Weise hilft mir der Vergleich mit der Schwerkraft. Wenn ich einen Hammer fallen lasse, hat es vielleicht was mit Murphys Gesetz zu tun, wenn mir dieser Hammer auf den Fuß fällt, aber dass er runter fällt, hat ganz sicher mit dem Gesetz der Schwerkraft zu tun.

Gott hat dieses Gesetz der Schwerkraft bestimmt aus guten Gründen eingesetzt, auch wenn ich gern mal Schwerelosigkeit erleben würde, aber letztlich hat sich Gott schon was dabei gedacht.

Nun gibt es einige Menschen, die parallel zu solchen Naturgesetzen von einem ähnlichen Gesetz des Glaubens ausgehen. Der Gedanke ist, dass Gott so ein Gesetz des Glaubens eingesetzt hat und es wenig Sinn macht, dieses Gesetz zu hinterfragen oder etwas anderes zu erwarten. Genauso wie es keinen Sinn machen würde, dafür zu beten, dass der Hammer nicht fällt, wenn ich ihn loslasse.

Andere betonen, dass Gott uns die Erde zu untertan gemacht hat, dass wir sie regieren, sie hegen und pflegen. Genauso hat er uns die Autorität gegeben, sein Reich und seine Kraft in dieser Welt sichtbar zu machen. Da geht es weniger darum, ob Gott es will (er will es), sondern eher darum, dass wir die Autorität, die Gott uns übertragen hat, erkennen und sie ausüben.

Aber egal, worauf ich den Schwerpunkt lege, ich sage hier ganz ehrlich: So ganz verstehe ich das Warum dahinter noch nicht, vielleicht kann ich in ein paar Jahren ein bisschen mehr dazu sagen, für jetzt nehme ich das erstmal so hin, denn die Wichtigkeit von Glauben finden wir an zig Stellen im Neuen Testament, darum wird es in den nächsten Posts auch stark darum gehen.

Hier zunächst aber noch ein bisschen mehr zum Zusammenhang von Glauben, Unglauben und Zweifel:

In Römer 4 lesen wir vom Glauben Abrahams:

Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.
Römer 4,3 (Zitat aus 1.Mose 15,6, vgl. Gal 3,6 und Jak 2,23)

In Vers 20 und 21 lesen wir dann:

(Abraham) zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab. Und er war der vollen Gewißheit, dass er, was er verheißen habe, auch zu tun vermöge.

Hier stellt Paulus Zweifel und Unglaube parallel dem Glauben gegenüber. Abraham glaubte Gott – Er zweifelt nicht durch Unglauben.

Dem „Zweifler“ Thomas sagte Jesus:

Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Joh 20:27

Auch wenn in dieser Passage nicht wörtlich von Zweifeln die Rede ist, ist es doch das, was hier vorliegt: Thomas zweifelte an den Aussagen der anderen und sagte zu den anderen Aposteln: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. (Joh 20,25).

In Matthäus 21:21 sagt Jesus seinen Jüngern:

Wahrlich, ich sage euch:Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein Taten wie die mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen.

Auch hier sehen wir Glauben und Nicht-Zweifeln parallel nebeneinander.

Es ist, als ob Jesus sagen wollte: Wer glaubt, zweifelt nicht. Und wer zweifelt, glaubt nicht.

Interessant ist, dass Jesus auch in dieser Begebenheit ähnlich wie nach der Heilung des mondsüchtigen Sohnes seinen Jüngern sagt, dass sie im Glauben zu einem Berg sprechen könnten: „Heb dich und wirf dich ins Meer!“ und es würde so geschehen.

An dieser Stelle kann es passieren, dass wir uns schnell persönlich angegriffen fühlen, denn oft höre ich an dieser Stelle den Einwand: „Aber, David, ich habe doch geglaubt, dass Gott heilen kann. Gerade deshalb habe ich doch für Heilung gebetet. Aber XY wurde trotzdem nicht geheilt. Willst du etwa sagen, dass ich nicht genug Glauben hatte und mein Vater/Bruder/Freund oder meine Frau/Schwester oder XY nur deshalb nicht geheilt wurde, weil ich im Zweifeln gegeben habe?“

Ich verstehe diese Fragen und weiß auch, dass da ganz viel Schmerz und Leid mitschwingt. Auch ich habe solche Situationen persönlich erlebt. Und vielleicht wäre es aus seelsorgerlichen Gründen einfacher zu sagen: „Nein, es war der souveräne Wille Gottes, du hast getan, was du tun konntest. Warum XY sterben musste, wissen wir nicht, aber Gott hat einen guten Plan, auch wenn wir ihn manchmal nicht verstehen.“

Aber auch wenn ich dieses Denken nachvollziehen kann, finde ich es nicht im Leben Jesu wieder. 

Und darum geht es mir hier. Aufzuzeigen, was ich glaube, was Jesus zum Thema Heilung gelehrt hat. Und da spielt das Thema Glaube eine riesige Rolle, wie wir uns noch ausführlich anschauen werden.

Am Ende sage ich es meist so: Zunächst mal geht es doch ohnehin nicht um uns. Wir sollten mit Christus gekreuzigt und gestorben sein und Christus in uns leben (vgl. Gal 2,19-20). Da es nicht um uns geht, sollten wir auch nicht gekränkt sein oder vor den Kopf gestoßen fühlen. Stattdessen lasst uns doch schauen, ob wir etwas Neues lernen können, so schwer es vielleicht am Anfang sein mag.

Auf den Einwand von oben antworte ich meist mit einer Rückfrage:

Wenn wir konkret die Worte Jesu aus Mat 21:21 nehmen, was ist der Beleg dafür, dass Glauben vorhanden war? 

Dass wir zu dem Berg sprechen oder dass sich der Berg bewegt?

Es ist letzteres, denn allein die Tatsache, dass wir zu dem Berg sprechen bedeutet noch gar nichts. Genauso kann ich um Weisheit bitten und dabei dennoch zweifeln, dass Gott mir diese Weisheit wirklich geben will.

Parallel dazu kann ich Gott bitten, zu heilen, mir dabei aber gar nicht sicher sein, ob Gott auch wirklich heilen will!

Wir können zwar glauben, dass Gott heilen kann (und da habe ich noch nie einen Christen getroffen, der daran zweifelte), aber gleichzeitig daran zweifeln, dass Gott konkret in diesem Fall heilen WILL.

Dann höre ich oft: „Wir können doch gar wissen, was der Wille Gottes ist. Wie soll ich dann wissen, dass Gott in diesem konkreten Fall heilen will?“

Dieser Punkt ist extrem wichtig, denn die weit verbreitete Sicht, dass wir den Willen Gottes gar nicht wissen können, führt dazu, dass wir entweder zögern zu beten, oder gar nicht beten oder aber beten und „hoffen“, dass Gott heilt. Aber Hoffen ist noch nicht dasselbe wie glauben.

Meine kurze Antwort darauf ist wie so oft:

Schau auf Jesus, er ist der offenbarte Wille Gottes. Er sagt: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“ Und da Jesus jeden geheilt hat, der zu ihm gekommen ist, sehe ich darin den Willen Gottes offenbart.

Römer 12,2 sagt zudem, dass wir nicht wie die Welt sein sollen, sondern verwandelt werden sollen durch die Erneuerung unseres Sinnes. Wozu? Dass wir prüfen können, was der Wille Gottes ist.

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Römer 12:2 (ELB)

Ich bin der Überzeugung, dass wir den Willen Gottes wissen können: Er ist in Jesus offenbart. 

Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn. Hebräer 1,1-2 (ELB)

Er hat uns seinen Plan wissen lassen, der bis dahin ein Geheimnis gewesen war und den er – so hatte er es sich vorgenommen, und so hatte er beschlossen – durch Christus verwirklichen wollte, sobald die Zeit dafür gekommen war. Epheser 1,9 (NGÜ)

Jesus spricht zu ihm:So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann:Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke. Glaubt mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Lukas 14,9-14 (LUT)

Ich sag es deutlich und so unmissverständlich, wie es wohl geht:

Wir können wissen, was der Wille Gottes in Bezug auf Heilung ist: Gott möchte heilen!

Jeden? Jeden! Immer? Immer! 

Warum ich das sage? Weil ich es bei Jesus sehe. Und er ist der vollkommene Abbild von Gottes Herrlichkeit, der unverfälschte Ausdruck seines Wesens (vgl. Heb 1,3).
Ja, ich weiß, dass das einseitig ist, aber ich sehe diese Einseitigkeit bei Jesus.

Und am besten nehme ich die Antwort auf die Rückfrage, die hier eigentlich immer kommt, gleich vorweg: Nein, ich sehe nicht, dass jede Person, für die ich bete, geheilt wird. Aber ich strecke mich danach aus, Jesus mehr zu erkennen, auf dass Jesus mehr in mir Gestalt gewinnt. 

Das andere gilt aber auch: Ich sehe deutlich mehr Menschen geheilt verglichen zu der Zeit, als ich noch anders geglaubt habe, als ich noch „gehofft“ habe, dass Gott heilen möchte, als ich noch nach dem „Münze werfen“-Prinzip gebetet habe, a la: „Hoffen wir mal, dass Gott heilen möchte.“

Denn wenn wir nicht wissen, was Gottes Wille in Bezug auf Heilung ist, werden wir nicht glauben, sondern bestenfalls hoffen, dass Gott heilt. Und weil wir oft so schräge Vorstellungen darüber haben, was Glaube bedeutet (jedenfalls hatte ich diese Vorstellungen), als müssten wir uns massiv anstrengen, um diesen Glauben zu haben, der Berge versetzt, werde ich (mindestens) in den nächsten beiden Posts weiter darauf eingehen:

Hoffst du noch oder glaubst du schon?
Glaube – kein Krampf

Mir ist bewusst, dass an dieser Stelle oft die Fragen zu bestimmten Bibelstellen kommen: Aber was ist mit 2Kor 12:7 (Pfahl im Fleisch), 1.Tim 5:23 (Nimm ab und zu ein bisschen Wein) und vielen anderen? Ich werde zu diesen Stellen am Ende kommen, glaube aber, dass es Sinn macht, zunächst weiter eine Basis zu legen. Von daher: Wem die Fragen unter den Nägeln brennen, postet sie gern in den Kommentaren (kann ja gut sein, dass eine Frage noch nicht kenne), ihr müsst euch auf die Antworten aber noch etwas gedulden.

Soviel für diese Woche. Euch ganz viel Segen, Gnade und Frieden!

Liebe Grüße aus dem sonnigen Hamburg!
David

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  1. Posted by Ingo D.
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    • Posted by David

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