Serie: Warum Gebete nicht erhört werden – Einführung

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Dies ist die Fortsetzung des “Wir kämpfen nicht mit Gott”-Artikels.

Zusammengefasst sagte der, dass wir Gott nicht erst überreden müssen, damit er uns das Erbetene gibt. Es ist ein falsches Verständnis von Gott und Gebet, wenn wir denken, dass er uns zwar etwas  geben will, aber eigentlich erst, wenn wir ihn bestürmt haben oder ihm im Gebet den Arm hinter den Rücken gedreht haben, bis er die Gebetserhörung endlich aus seiner Hand lässt.

Wir dürfen glauben, dass Gott gerne gibt – wirklich gerne gibt.

Warum erleben wir dann bei manchen Gebeten keine Gebetserhörung?

Vermutlich kennen viele die No-Grow-Slow Antworten.

No: Die Antwort ist nein. Es ist einfach nicht, was Gott geben möchte.

Grow: Die Antwort ist: Du musst noch wachsen, du bist noch nicht reif für die Antwort.

Slow: Die Antwort ist: Warten, die Zeit ist noch nicht reif.

Grundsätzlich ist an den Antworten erstmal nichts falsch, denn natürlich kann es sein, dass wir einfach für das Falsche beten und wir Jahre später Gott dafür dankbar sind, dass er das Gebet nicht erhört hat.

Es kann auch sein, dass wir aus selbstsüchtigen Motiven beten und solch ein Gebet erhört Gott nicht:

 Und selbst wenn ihr euch an ihn wendet, werden eure Bitten nicht erhört, weil ihr in verwerflicher Absicht bittet: Das Erbetene soll dazu beitragen, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen! Jakobus 4,3 (NGÜ)

Aber wie ist es mit Gebeten, die seinem Willen entsprechen? Wenn wir um Dinge bitten, die er uns gerne geben will? Und wir nicht aus selbstsüchtigen Gründen bitten? Und die Gebetserhörung bleibt dennoch aus?

Nehmen wir das Beispiel Weisheit, da da wissen wir ziemlich sicher, dass Gott das Gebet um Weisheit gern erhören möchte:

Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden. Jakobus 1,5 (Luther84)

Aber der nächste Vers schränkt die Gebetserhörung dann klar ein:

Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird.
Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen. Jakobus 1,6-8 (Luther84)

Hier haben wir einen Fall, dass Gott etwas gerne geben möchte, also eigentlich “Ja” sagen würde, die Gebetserhörung aber daran gebunden ist, dass im Glauben und ohne Zweifel gebeten wird.

Ich finde, das kann man erst mal sacken lassen und nicht so schnell überlesen.

Gott will etwas geben, aber wenn wir ohne Glauben oder mit Zweifeln beten, gibt Gott das Erbetene nicht. Warum das so ist, kann ich hier nicht erklären, für mich ist eher spannend, dass wir diese Bedingungen “Glauben und Nicht-Zweifeln” noch an anderen Stellen im Neuen Testament finden:

Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein Taten wie die mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen. Matthäus 21,21 (Lut84)

Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹ und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen. Markus 11,23 (NGÜ)

Spannend ist die Frage, ob Glauben und Nicht-Zweifeln zwei Formulierungen für ein und dieselbe Sache sind oder man glauben kann und doch zweifeln?

Meine Kurzantwort ist: Kommt drauf an, wie wir “glauben” verstehen. Die ausführlichere Antwort folgt im nächsten Post, da ich mich bemühen möchte, Blogposts kurz und übersichtlich zu halten.

Eine weitere und oft übersehene Dimension bei ausbleibenden Gebetserhörungen ist die Tatsache, dass der Gott dieser Welt (gemeint ist nicht unser Gott, sondern Satan, vgl. 2Kor 4,4) etwas dagegen hat, dass Gebete erhört werden. Dies werden wir uns ebenfalls noch genauer ansehen.

Die nächsten Posts in dieser Serie werden daher sein:

  • Glauben und Nicht-Zweifeln: Vom Können und Wollen
  • Wer auch was dagegen hat, dass Gebete erhört werden
  • Macht es einen Unterschied, ob viele Menschen für eine Sache beten?

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